Benefiz bei Mattler

»Benefiz bei Mattler«
(Sep./Okt. 2013)
Gemeinschaftsproduktion von Bühnen im Verband Hamburger Amateurtheater

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 1841: Christof Emil Dannenberg, genannt “Mattler” betreibt auf dem Spielbudenplatz in Hamburg sein “Elyseum-Theater”. In seinen Inszenierungen dauern die Klassiker nur ca. eine Stunde, denn alles “Störende” wird einfach heraus gestrichen. Damit haben er und sein Unternehmen eine gewisse Berühmtheit erlangt, denn sogar Graf Hahn, seine Tochter Ida und Herzog Karl II von Braunschweig interessieren sich für das Elyseum. Auch Herr und Frau “Senator” mit Töchterchen Wanda sind interessiert, wobei aber Wandas Interesse mehr ihrem Geliebten, dem Kapitän Sörensen gilt.

Als „Senators“ davon Wind bekommen verbieten sie die Verbindung, worauf Sörensen nach Übersee geht, Wanda von zu Haus ausbüxt und als Schauspielerin bei Mattler anheuert. Die adligen Protagonisten des Stückes entpuppen sich als Hasardeure und Ban-krotteure; Karl II ist mit dem Staatschatz durchgebrannt und Graf Hahn muss, um eine drohende Pleite zu verhindern, seine Tochter an einen reichen Cousin verheiraten!

Im dritten Akt darf Wanda in der mattlerschen Faust-Bearbeitung des Gretchen spielen. Sehr zum Gefallen von Hotelier Marr und Vetter Kirchhoff, zwei Figuren aus der Zeit. Im vierten Akt bleibt Wanda verschollen und Ida v. Hahn kann ihrem minderbegabten Ehemann nichts mehr beibringen; sie geht in ein Damenstift! Sörensen kehrt zurück nach Hamburg und ein Zigeuner sagt voraus, dass auch Wanda wieder zurückkehren wird. Das tut sie dann auch im fünften Akt: In Amerika zum Showstar avanciert, sinkt sie in die Arme ihres Geliebten, wogegen “Senators” nun auch nichts mehr einzuwenden haben. Bloß Mattler muss seinen Laden schließen: Er wird “Amtlicher Ausrufer” und darf “als Einziger in Hamburg die Wahrheit sagen und alle müssen ihm zuhören!”

Das Stück mit seinen sehr vielen kleinen und kleinsten Sprechrollen zu besetzen, war eine Sysiphusarbeit: Mehrfach wähnten wir uns in der Lage, nun alle Rollen besetzt zu haben, bis dann – aus nahezu heiterem Himmel – schon wieder eine gegebene Zusage mit teils sehr “abenteuerlichen” Begründungen widerrufen wurde.

Seit Januar 2013 sind wir am Proben und erst im Mai haben wir verlässlich ein Ensemble zusammenstellen können, sodass wir endlich kontinuierlich arbeiten können, ohne uns alle Augenblick auf neue Mitspieler einstellen zu müssen. Aus Angehörigen von zehn verschiedenen Bühnen setzen sich Ensemble und “Stab” zusammen. Das Bühnenbild ist im Werden und die Kostüme nehmen – zunächst nur “virtuell” – Gestalt an. Es geht also voran und einige Statisten haben wir auch schon! Aber: Wir brauchen noch etwa vier bis fünf Damen und Herren. Wir sind da aber zuversichtlich, denn die noch zu bewältigenden Besetzungsengpässe sind – gemessen an den schon gehabten – ein “Klacks”, wie der Hamburger sagt . . .

Wir, Ensemble und Stab von “Benefiz bei Mattler” freuen uns darauf, unser Stück einem hochverehrten Publikum präsentieren zu dürfen, denn wie sagt “Mattler” auf der Bühne? “Du hest dat ole Komödiantenbloot wedder in Wallung bröcht!”

Ja, das hat er, der Christof Emil Dannenberg, genannt “Mattler”!

Rolf Beier